Freitag, 4. April 2014

Glück?

"Wer an Glück glaubt, der hat Glück." - Christian Hebbel

Was sind die ausschlaggebenden Kriterien um beim Angeln erfolgreich zu sein? Ich denke diese Frage hat sich bestimmt schon jeder von uns gestellt. Diese zu beantworten ist nicht einfach. Zuerst müsste man einmal analysieren was Erfolg überhaupt ist. Geht es darum möglichst viele Fische zu fangen oder vielleicht möglichst große? Oder steht die Zeit die man am Wasser verbringt im Vordergrund? Natürlich behauptet jeder von sich, dass man das Angeln immer genießen sollte und dass es dabei nicht immer um den Fangerfolg geht. Klar, es ist immer schön am Wasser zu sein, doch wenn wir ehrlich zu uns sind, fangen wir auch lieber Fische als Schneider nach Hause zu gehen. Das eine schließt eben das andere nicht aus.


Hat man nun eine vage Definition von seinem individuellen "Angelerfolg", kann man sich auf den Weg machen um herauszufiltern was dazu notwendig ist um erfolgreich zu sein. Angenommen wir gehen von dem Ziel aus einen Fisch zu fangen, schränken wir die Erfolgsfaktoren schon einmal ein. In erster Linie müssen für einen Fang die Rahmenbedingungen passen. Man kann schließlich auch nur die Fische fangen, welche sich im Gewässer befinden. Da kann noch so viel Anstrengung in die Umsetzung einfließen. Ist kein Biggy im Pool, kann man diesen auch nicht fangen. Hat man ein passendes Gewässer gefunden, geht es an die Vorbereitung. Man versucht so viele Informationen wie möglich zu finden und eventuelle Hot Spots auszumachen. Schließlich will man nichts dem Zufall überlassen.

Den ersten Schritt überwunden, kann nun eine Strategie aufbereitet werden. Wann kann ich fischen? Wie oft? An welchen Plätzen? Unendlich viele Fragen drängen sich auf und man fühlt sich anfangs etwas verloren. Ist die Zeit eingeteilt, stellt sich die nächste Aufgabe. Das Füttern. Ist das Füttern überhaupt möglich oder ist sowieso zuviel Angeldruck auf allen Plätzen? Sind Instant-Sessions überhaupt von Erfolg gekrönt? Man sieht, der Fragenkatalog wird immer länger.


Irgendwann hat man seine Lösung gefunden und man entschließt sich endlich ans Wasser zu gehen. Doch welches Rig soll man nehmen? Immerhin gibt es tausende Komponenten die man irgendwie in seine Wunderwaffe einbauen muss. Man zerbricht sich den Kopf und hat ein schlechtes Gefühl. Egal für was man sich schlussendlich entscheidet.

Hat man all diese Hürden gemeistert, geht es erst richtig ans Eingemachte. Die Spotwahl! Wohin mit den Montagen? Hat man einen Futterplatz angelegt, wurde die Entscheidung schon zuvor getroffen. Wenn nicht, steht man nun vor der Qual der Wahl. Soll man das Plateau, die Kante, die überhängenden Bäume oder doch das Freiwasser wählen? Fragen über Fragen zermarterten schon so manches Anglerhirn....


Doch was will ich mit diesem Artikel überhaupt sagen? Wir versuchen alle Eventualitäten einzugrenzen, versuchen alle Risiken zu minimieren. Doch macht das Sinn? Natürlich hat Fangerfolg in gewisser Weise mit einer Leistung zu tun. Es steckt meist viel Vorbereitung, Energie, Zeit und Geld hinter einem Fang. Doch hat dies etwas mit Können zu tun? Bis zu einem gewissen Grad schon. Doch lenken kann man diesen Erfolg kaum. Denn wir haben es mit Lebewesen zu tun. Man kann versuchen das Verhalten von Karpfen nachzuvollziehen, doch Individuen handeln immer subjektiv und eine Prognose eines anderen ist einfach schwierig. Viel wichtiger ist doch ein gutes Gefühl zu haben, an sein Handeln zu glauben und die Zeit am Wasser zu genießen.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß am Wasser!

Johannes

Sonntag, 9. März 2014

NO FIGHT, NO GLORY!

“Nicht so vieles Federlesen!
Laß mich immer nur herein;
Denn ich bin ein Mensch gewesen,
Und das heißt ein Kämpfer sein.” - J.W. von Goethe

Andreas, mein Angelkollege, sagte mir ich solle doch bei meinem Blogeintrag über Zahnseide schreiben. Denn das käme meinem Erlebnis am nächsten. Doch immer der Reihe nach.

Alles begann mit einem Zeitfenster von zwei Tagen, welches sich durch einen glücklich gestalteten Stundenplan an der Uni ergab. Die Sonne schien und draußen wirkte es so, als ob der Frühling seine ersten Boten losschickte um uns einen Motivationsschub zu verpassen. Ich schleppte mein komprimiertes Tackle durch das schmale Stiegenhaus ins Auto und merkte, dass drei Schichten Gewand heute wohl zu viel des Guten waren. Am Wasser angekommen, wollte ich erst gar nicht mit dem Aufbauen beginnen und genoss erstmal die Sonne. Ich machte es mir auf dem Steg gemütlich und beobachtete das Wasser. Unglaublich viel Kraut war am Gewässerboden aufzufinden.



Die milden Temperaturen ließen es heuer nicht zu, eine bedrückende Eisdecke entstehen zu lassen. Somit wurde das Kraut nie wirklich in seine Schranken gewiesen und konnte die Wucherung dort fortsetzen, wo sie im Herbst aufgehört hatte. Wenn überhaupt. Nachdem ich mein kleines Schlauchboot aufgepumpt hatte, ging es auf Erkundungstour. Ich ließ mich von den Wellen über die Krautbänke treiben und versuchte den einen oder anderen Flossenträger zu erspähen. Doch das Wasser schien wie tot zu sein. Nicht ein Fisch ließ sich blicken. Doch immerhin fand ich einige krautfreie stellen, welche ich spärlich anfütterte. Oft lässt man sich bei den ersten Frühlingsstrahlen dazu verleiten Unmengen an Futter zu versenken, obwohl unter der Oberfläche meist noch Winter herrscht.


Zurück am Ufer stieß auch Andreas dazu, welcher die kommenden zwei Nächte mit mir angeln sollte. Die Sonne verzog sich langsam und mit ihr auch die Wärme. Innerhalb kürzester Zeit fiel das Thermometer um einige Grade. Der Power Stove ging seiner Arbeit nach und zauberte uns ein feines Menü, als sich ein Bissanzeiger zu Wort meldete. Ein Vollrun wie aus dem Bilderbuche, ließ mich den Hunger schnell vergessen. Ich nahm die Rute auf und baute Kontakt zum Fisch auf. „Fu** er steckt im Kraut“, waren meine Worte bevor Andreas mir den Kescher ins Schlauchboot legte. Das ist Teamwork! Ich pumpte mich zum Fisch und der Wind tat sein Übriges um Strecke zu machen. Doch plötzlich blockierte meine Rolle. Ein schneller Blick ließ im Schein der Stirnlampe erkennen, dass wohl einige Schnurwindungen von der Rolle gesprungen waren, welche Kurbelumdrehungen unmöglich machten. Wie konnte das nur passieren? Und das beim ersten Run des Jahres an meinem Hausgewässer. Ich versuchte Ruhe zu bewahren und das Schnurchaos zu lösen.


Doch die Wellen ließen mich immer näher zum Fisch treiben, welcher noch immer im dichten Kraut steckte. Kurz bevor ich über dem Fisch war, entschied ich mich dazu den Fisch direkt an der Leine auszudrillen. Ich legte die Rute aus der Hand und zog so viel Schnur wie möglich von der Rolle. Gleichzeitig versuchte ich mit der anderen Hand Spannung aufzubauen. Das gelang mir relativ gut, doch der Wind trug mich über den Fisch und die Distanz zu meinem Gegenüber wurde immer weiter. Um ein Ausschlitzen zu vermeiden, musste ich gegen die Wellen Rudern. Doch irgendwie musste ich auch die Spannung zum Fisch beibehalten. Kurzerhand entschloss ich mich dazu, die 0,40er Mono in den Mund zu nehmen, um sie so irgendwie festzuhalten. So hatte ich kurz Zeit um zwei Ruderschläge zu machen. Danach nahm ich die Schnur wieder in die Hände und regulierte die Spannung. Nach einigen anstrengenden Minuten befreite sich der Fisch selbst und zog im Mittelwasser übers Kraut. Natürlich geschah das genau in dem Augenblick, als die Mono zwischen meinen Lippen verweilte. Das Material schnitt sich in meine Mundwinkel und ein Schmerz schoss durch meinen Körper. Wenigstens war der Fisch nun frei und ich konnte ihn per Hand weiterdrillen. Das Licht von Andreas´ Stirnlampe war schon ziemlich weit entfernt und das Wasser schwappte bei jeder stärkeren Bewegung über den dünnen Schlauch des Bootes. Nach über 20 Minuten konnte ich den Fisch schlussendlich über den Kescher führen. Doch der anstrengendste Part stand noch bevor. Ich musste einige hundert Meter zurückrudern. Der Fisch außen im Kescher und das gegen den Wind. Komplett nass und erledigt kam ich nach einer gefühlten Ewigkeit am Ufer an. Erst dann wurden mir die Ausmaße des Fisches richtig bewusst. Ich war überwältigt! Nachdem wir den Fisch schonend zurücksetzten, scherzte Andreas, dass ich froh sein solle. Das bisschen Schnur im Mund sei das allemal wert gewesen. Schließlich würde ich ja auch Zahnseide verwenden…


Doch er hatte Recht. Es zahlte sich aus! No Fight, no Glory!


Cheers, Johannes

Staggarden Pool

Eigentlich war es ja ganz anders geplant. Vor einigen Wochen wurde ein Termin mit Patrick Wanhal fixiert, um an einer kleinen Schottergrube unser Glück zu versuchen. Am Abend bevor unsere gemeinsame Februarsession starten sollte, kam die Ernüchterung. Patrick konnte den Teichbesitzer nicht erreichen und somit war unser Plan Geschichte. Wir zermarterten uns den Kopf, wo wir um diese Jahreszeit nur hingehen könnten, doch keines der zur Auswahl stehenden Gewässer sprach uns beide an. Wir diskutierten so lange, bis wir zum Entschluss kamen, dass es wohl dieses mal nicht sein sollte, dass wir gemeinsam ans Wasser gehen. Egal, kann man nicht ändern. Ich wollte die Sache schon abblasen und mir einen gemütlichen Tag zu Hause machen. Doch ich saß auf Nadeln. Draußen hatte es Plusgrade und die letzten zwei Blanks saßen mir noch tief im Nacken.

Kurz ein Herz gefasst und das Tackle zusammengepackt. Es sollte an einen kleinen, verwinkelten Waldteich gehen. Ich kannte das Gewässer schon von früheren Sessions und ich wusste um den bunten Bestand an Fischen bescheid. Etliche kleine Karpfen, Schleien, Rotaugen und Brassen. Es handelte sich um ein kleines Naturjuwel mit englischem Charme. Monsterfische waren keine zu erwarten, doch für ein Dayticket war es nahezu perfekt. Man muss doch nicht immer den ganz großen hinterherjagen. Vor allem nicht im Februar. Dementsprechend gestaltete sich auch meine Tacklewahl. Ein Rucksack, die kleine Eco Mat von Trakker, Ruten und Kescher landeten in meinem Bus.

An den Ufern des Teiches angekommen, wurde ich sofort in einen magischen Bann gezogen. Buntes Laub am Boden, Schneereste im Schatten der Bäume und viele Buchten, deren Ufer mit einer alten Moosschicht bedeckt waren. Ich fühlte mich zurückversetzt in meine unbeschwerte Kindheit. Mit leichtem Tackle bewaffnet, kleinen makellosen Fischen nachstellen. Ach wie schön! Ich setzte mich auf eine feuchte Bank an einer Halbinsel und begann, alles fertig zu machen. Kurze Combirigs mit kleinen Kontinental Haken, gebunden im KD-Style, geschmückt mit kleinen Ködern sollten Erfolg bringen. Ich stopfte meine Solid Bags und beobachtete durch einen Nebelschleier die Wasseroberfläche. Ich montierte zehn fertige Rigs, welche sorgfältig in die Bags drapiert wurden. Ich wollte nach Fischaktivitäten Ausschau halten und Flossenträger gezielt anwerfen. Um schnell „nachladen“ zu können, wollte ich sicherheitshalber Reserve haben. 


Es vergingen einige Stunden in denen ich mehrmals kleinste Blasenteppiche anwarf. Ohne Erfolg. Plötzlich ein Biss an der freien Leine und die Monofile glitt durch meine Finger. Ich stoppte den Kontrahenten umgehend und stellte schnell fest, dass es sich um eine feiste Brasse handelte, die meinem in Goo gesoakten Köder nicht wiederstehen konnte. 


Ich war seit langer Zeit wieder einmal happy über solch einen Gesellen. Schließlich fischte ich mit kleinen Ködern und ging das Risiko von Beifängen ein. Mir war das kurzweilige Angeln wichtiger als die Selektion. Die Brassendame zurückgesetzt, lag die Montage auch schon wieder am selben Spot. Keine fünf Minuten später wieder ein Biss. Diesmal spürte ich hektische Kopfschläge und vermutete, dass es sich um einen Karpfen handeln würde. Nach einem kurzen Drill lag er dann auch schon in den Keschermaschen. Yes, ich war total glücklich über den kleinen Knirps. Der erste Fisch des Jahres und dann auch noch beim Stalken.



 Ein hammermäßiges Gefühl. So ging es kontinuierlich weiter. In der Dämmerung konnte ich fünf Fische fangen, der schwerste hatte wohl 3 Kilo. Doch um Gewichte ging es dabei nicht. Zeitgleich zum Stalken fütterte ich in regelmäßigen Abständen einen kleinen Spot mit Kleinstfuttermengen. Dort landeten auch nach dem Sonnenuntergang meine Montagen. 


Zufrieden trank ich einen heißen Tee und klingelte bei Patrick durch, um ihm meine Erlebnisse zu erzählen. Kaum hat er abgehoben, vernahm ich einen dumpfen Klatscher an der Wasseroberfläche. Ich konnte mich kaum auf das Gespräch konzentrieren, denn das Geräusch hörte sich nach einer Fischkategorie an, mit welcher ich an diesem Gewässer nicht rechnete. Sekunden später wieder. Diesmal konnte ich den Ort ungefähr ausmachen und ich sah Wasserbewegungen im Schein des Mondes. „Patrick, ich muss Schluss machen. Ich muss eine Rute umlegen“, waren meine letzten Worte bevor ich zügig Schnur einholte. Klatsch, da war es wieder. Diesmal konnte ich es klar und deutlich sehen. Inmitten des Sees sprang und rollte ein guter Fisch. Da das Werfen nicht unbedingt zu meinen Stärken zählt, musste ich mir wahrlich Mühe geben, um das Rig mit dem PVA Bag auf diese Distanz zu manövrieren. Doch ich schaffte es und verharrte der Dinge.

Ich starrte auf die Daiwa und betete insgeheim, den Fisch ans Band zu bekommen. Und es passierte. Minuten später stand ich mit krummer Rute am Ufer und konterte den wilden Fluchten des Fisches. Nach einem atemberaubenden Drill ergab er sich. Ein Freudenschrei ertönte durch den Wald, der wohl dem einen oder anderen Fuchs eine halbe Herzattacke bescherte. Ich hielt einen urigen Schuppenkarpfen in die Kamera und konnte mein Glück nicht fassen. Nach einigen Fotos gab ich dem Fisch mit zittrigen Händen die Freiheit zurück. Ich war zufrieden. Zufrieden mit den schönen kleinen Fische, die mir den Tag versüßten und zufrieden mit dem alten Schuppi! 



Beste Grüße,
Johannes"

Mittwoch, 12. Februar 2014

Winternächte

“Da glänzt in die schneeige Winternacht
Der Mond verklärend und kalt;
Es glitzert in funkelnder Silberpracht
Der Reif an den Bäumen im Wald.
O Welt, wie bist du so schön.” - Maurice Reinhold von Stern


Nun ist es doch noch richtig kalt geworden. Hatte man in letzter Zeit doch eher das Gefühl, dass man in einem endlosen Herbst steckt. Die Nachttemperaturen waren noch moderat und viele Gewässer immer noch von der lästigen Eisschicht frei. Komischerweise sah man trotzdem wenig Angler am Wasser. Auch ich trieb mich in letzter Zeit wenig an den Ufern herum. Einerseits weil an meinem Hausgewässer die Saison erst ab März beginnt, andererseits war die Luft auch schon etwas draußen. Abstand von dem Spektakel rund um unsere lieben Flossenträger tat mir gut. Die ruhige Zeit im Winter lässt einen wieder etwas in sich kehren.

Die Tage werden zwar länger, sind aber noch immer unangenehm kurz. Ich für meinen Teil, kann es meist kaum erwarten, bis sich wieder die wärmere Zeit des Jahres einstellt. Wenn Frost und Eis wüten, kostet es oft eine Extraportion Motivation um seine sieben Sachen zu packen und ans Wasser zu fahren.

Doch wer kennt es nicht. Das Kribbeln in den Fingern wird zu groß, die innere Unruhe ist kaum noch zu bändigen und die Gedanken kreisen nur um eines. Man muss wieder raus. Raus ans Wasser, raus aus der Stadt und raus aus dem Lärm. Energie tanken und abschalten. Die Erinnerungen wieder aufleben lassen. Schließlich kommt es einem wie eine halbe Ewigkeit vor als man das letzte Mal einen Fisch in seinen Händen hielt. Und so machte ich mich mit Andreas und David auf die Suche nach einem geeigneten Gewässer. Wäre es einige Tage zuvor noch problemlos möglich gewesen an kleinen Pools der Umgebung auf die Jagd zu gehen, war es jetzt ein Ding der Unmöglichkeit. Väterchen Frost machte uns einen Strich durch die Rechnung. Da half nur eines. Der VW Bus wurde bis an den Rand mit Tackle gefüllt, um eine Reise in den Süden Österreichs anzutreten.

Die Fahrt verging wie im Flug, denn die Vorfreude ließ uns das Rundherum vergessen. Am Wasser angekommen, marschierten wir eine Runde um den sympathischen Teich um einen Eindruck von den Gegebenheiten zu bekommen. Das Camp war rasch aufgebaut und die Ruten wurden mit kleinen ausbalancierten Ködern bestückt.



Es war kalt, nass und dunkel. Doch die bedrückende Stimmung tat unserer guten Laune keinen Abbruch. Im Schein der Ortskirche blickten wir über die klare Winternacht.


Eine innere Ruhe machte sich in mir bemerkbar. Ich war wieder in meinem Element. Der Schneeregen prasselte auf das Brolly und der Teekocher machte routiniert seine Arbeit. Wir waren überaus froh, diese Atmosphäre erleben zu können. Gedanken über ausbleibende Fänge machten wir uns nicht. Gerade im Winter ist man nie vor einem Blank gefeit und der soziale Aspekt stand zu hundert Prozent im Vordergrund. Wir scherzten, lachten und hatten eine gute Zeit. Selbst als das Brennmittel der Zeltheizung ausging, wurde die Stimmung nicht schlechter. Nichts konnte uns unsere schöne Zeit verderben. Auch nicht die dunklen kalten Winternächte. Dass David in der letzten Nacht auch noch einen Schneekarpfen überlisten konnte, war natürlich der krönende Abschluss.


Liebe Grüße, Johannes

Sonntag, 9. Februar 2014

Chill Turn Loop

Wenig Futter, attraktive Köder und zuverlässige Rigs. Das hört sich nach einer guten Taktik für die kalte Jahreszeit an? Ist es auch! Bunte Pop Ups kombiniert mit PVA und Groundbait sind bei Minusgraden meine erste Wahl. Fluorocarbon-Rigs leisten gute Dienste um die grellen Kugeln gut zu präsentieren. Die Beschaffenheit des Materials bietet einfach viele Vorteile gegenüber herkömmlichen geflochtenen Schnüren. Egal ob bei weiten Würfen, glasklaren Gewässern oder eben kniffligen Pop Up Rigs, das Fluorocarbon Material ist zuverlässig und vielseitig einsetzbar. Aber es hat auch seine Nachteile. Gerade bei Schlaufenknoten hört man immer wieder von Problemen. Häufig reißt das Material bei zu hoher Belastung kurz vor dem Knoten ab. Da ich aber meine Rigs häufig wechsle und flexibel bleiben möchte, war ich lange auf der Suche nach einem geeigneten Knoten der auch bei Fluo verlässlich einsetzbar ist. Lange wurde ich nicht fündig und musste einige Misserfolge einstecken.


Doch eines schönen Spätsommertages saß ich an den Ufern des legendären Lac de St. Cassien und schmökerte im englischen Carpworld Magazine. Plötzlich sah ich eine kurze Bindeanleitung einer Schlaufe, welche angeblich wie geschaffen für den Einsatz mit Fluo war. Der Knoten ist nach seinem Erfinder Dave Chilton benannt und versprach in der kurzen Beschreibung so einiges. Bombenfest soll er sein und auch leichter zu binden als so einige andere Knoten wie zum Beispiel der „Figure of Eight Knot“. Darüber hinaus wird die Schlaufe wirklich sauber geformt.


Nun gut, Papier ist geduldig und nicht alles was man in den diversen Medien findet, ist auch wirklich in der Praxis erprobt. Da ich die Zeit nach Sonnenuntergang, am Cassien herrscht ja bekanntlich nun Nachtangelverbot, sinnvoll nutzen wollte, begann ich mit diversen Knoten zu experimentieren. Mit verschiedenen Materialien wurden etliche Schlaufenknoten gebunden und auf ihre Festigkeit geprüft. Der Chill-Turn Loop überzeugte mit seiner Kraft. Das Phänomen, dass das Fluo-Material kurz vor dem Knoten bricht, konnte ich auch nicht mehr beobachten. Bei Geflecht oder ummantelten Materialien konnte ich hingegen keine guten Ergebnisse erzielen. Der Trockentest wurde vom Chill-Turn Loop bravourös gemeistert, jetzt ging es ans Eingemachte. Mit einem guten Gefühl im Bauch wurden die „neuen“ Montagen penibel abgelegt um auf ihre Abnehmer zu warten. Was soll ich sagen, auch der Praxistest verlief außerordentlich gut. Der Knoten hielt was er versprach und ließ mich kein einziges mal im Stich. Seit diesem Tag verwende ich bei Fluo ausschließlich diesen Knoten und konnte noch keine negativen Erfahrungen damit machen.

1) Formen Sie einen Überhandknoten ohne ihn komplett zuzuziehen

2) Führen Sie das Schnurende nun von Hinten(!) in den Überhandknoten

3) Machen Sie jetzt zwei Wicklungen und führen Sie das Ende nach hinten heraus. Mittels Zug an dem kurzen Ende, können Sie nun die Größe der Schlaufe bestimmen.

4) Befeuchten Sie den Knoten und ziehen Sie ihn fest.

5) Formen Sie mit dem restlichen Ende einen Half Hitch…

6) … und ziehen Sie ihn nach dem Befeuchten zusammen.

7) Das Überschüssige Ende einfach abschneiden…

8 ) … und fertig ist eine sichere und schön geformte Schlaufe!


SB olé

"Veränderung heißt Vertrauen,
Vertrauen heißt Veränderung."
 - Robert Kroiß

Vertrauen in sein Handeln zu haben, ist immens wichtig. Gerade beim Angeln ist nicht alles kontrollierbar. Das Vertrauen in die Montage, das Rig und vor allem in das Futter ist existenziell. Darum bin ich froh mit Succesful Baits einen verlässlichen Partner gefunden zu haben.



Ich freue mich auf eine interessante Zusammenarbeit!


Mittwoch, 4. Dezember 2013

Fishing Award - "Angeln ist..."

Auch heuer findet wieder der "European Fishing Award" statt. Verschiedenste Rubriken stehen zur Auswahl um bei dem Award mitzumachen. Ich habe mich diesmal dazu entschlossen, mein Video "Angeln ist..." in der Rubrik "Best Video Coarse Fishing" einzureichen. 


Falls euch mein Video gefällt, würde ich mich wirklich sehr über ein Voting von euch freuen. Wäre natürlich toll toll wenn ihr das auch weitersagt...

Unter diesem link geht es zum Voting:

http://www.fishingaward.com/en/upload-item/48

Vielen Dank für deine Unterstützung und liebe Grüße Johannes!