Viel Spaß damit!
Mittwoch, 14. Mai 2014
Rainy.Days
Der Regen prasselte unaufhörlich auf mein Schirmzelt und die Vögel im Baum hinter mir gaben ihren Gesang zum Besten. Doch ab und an verstummte der Gesang, da meine Nevs von einem Biss zeugten. Dicke Schleien, Schuppenkarpfen und ein monströser Twotone landeten in meinen Keschermaschen. Die für mich einzigartige Atmosphäre habe ich in dem Clip "Rainy.Days" festgehalten.
Viel Spaß damit!
Viel Spaß damit!
Dienstag, 29. April 2014
Ein Fuffi beim Lernen
„Tun zu können, was man gerne tut, bedeutet Freiheit.
Das gerne zu tun, was man tut, bedeutet Glück. - Henry David Thoreau
Auf der Suche nach dem Lebensglück sind wir doch alle. Wie Thoreau, mein Lieblingsautor, schon vor knapp 200 Jahren schrieb, leitet sich die Bedeutung des Glückes daraus ab die Dinge, welche man tut, gerne zu tun. Klingt nach einem einfachen Rezept. Doch meist fällt dies schwerer als gedacht. Immerhin tut man doch öfters Dinge, welche einem nicht wirkliche Freude bereiten. Doch warum handelt man so, wenn man doch weiß, dass dies nicht der richtige Weg zum Glück ist? Ich denke, es liegt an den übergeordneten Zielen welche von uns verfolgt werden. Ein gutes Beispiel ist das Lernen an der Uni. Auf den ersten Blick mache ich es nicht wirklich gerne. Doch ohne Lernen bleibt auch der längerfristige Erfolg aus. Und dieser könnte mich glücklich machen. Deshalb versuche ich diesen negativen Beigeschmack zu umgehen und verschiedene Tätigkeiten miteinander zu kombinieren.
Das gerne zu tun, was man tut, bedeutet Glück. - Henry David Thoreau
Lernen und Angeln zum Beispiel...
Hier geht es zum Update: http://de.korda.co.uk/karpfenangelnnews/?id=533
Sonntag, 13. April 2014
European Fishing Award
Nun ist die Austrian Fishing Show auch wieder vorbei. Mit ihr auch die Verleihung der European Fishing Awards. Mit über 23.000 Zugriffen und mehr als 2.600 Votings konnte ich in der Kategorie "Bestes Video" den ersten Platz belegen. Vielen Dank für die vielen Votes und das tolle Feedback!
Hier geht es zu dem Siegervideo "Angeln ist":
Hier geht es zu dem Siegervideo "Angeln ist":
Donnerstag, 10. April 2014
Plan B
“Die Zeit ist nur der Fluss in dem ich angle. – H.D. Thoreau”
Die Aktivitäten der Karpfen halten sich noch in Grenzen. Das Wasser ist noch zu kühl um den Stoffwechsel richtig anzukurbeln. Krautreste bewegen sich in der kalten Strömung und ein paar Rotfedern schwirren hektisch unter meinem Boot umher. Ich ziehe den Kragen meiner Regenjacke in die Höhe und beim Ausatmen läuft meine Brille völlig an. Die nasse Luft reinigt meine durch Smog geplagten Lungen und ein Gefühl von Freiheit überkommt mich als der Stadtlärm beginnt immer leiser zu werden. Das Boot gleitet rhythmisch über die Wellen. Immer meinem Ziel entgegen. Meine Strategie hatte ich mir schon detailgenau festgelegt. Immerhin konnte ich die letzte Nacht kaum schlafen. Meine Gedanken waren voll und ganz bei den Fischen. Manche würden meinen, dass sei verrückt… ich würde ihnen rechtgeben…
Am anvisierten Platz angekommen, begann ich mein spärliches Tackle auszuladen. Ein Bedchair samt Ruten und einem Rucksack. Mehr brauchte ich nicht um mich wohlzufühlen.
Auf ein Zelt wollte ich verzichten. Kann man doch ohne die lästigen Kunststoffwände viel besser in die Natur eintauchen. Die Eindrücke der eisigen Frühlingsnächte sind immer wieder etwas ganz besonderes. Zum Schutz vor der entstehenden Nässe spannte ich mein Bedchaircover an einer Ecke auf einen Stormstick. So spart man Gepäck, Zeit und ist inmitten der Natur.
Der schlammige Boden unter meinen Füßen wurde bei jedem Schritt immer tiefer durchwühlt. Nach einigen Sessions sieht es immer so aus als ob sich hier ein paar Wildschweine gesuhlt hätten.
Was für eine Ausnahmesession! Und das nur dank des Plan B!
Die Aktivitäten der Karpfen halten sich noch in Grenzen. Das Wasser ist noch zu kühl um den Stoffwechsel richtig anzukurbeln. Krautreste bewegen sich in der kalten Strömung und ein paar Rotfedern schwirren hektisch unter meinem Boot umher. Ich ziehe den Kragen meiner Regenjacke in die Höhe und beim Ausatmen läuft meine Brille völlig an. Die nasse Luft reinigt meine durch Smog geplagten Lungen und ein Gefühl von Freiheit überkommt mich als der Stadtlärm beginnt immer leiser zu werden. Das Boot gleitet rhythmisch über die Wellen. Immer meinem Ziel entgegen. Meine Strategie hatte ich mir schon detailgenau festgelegt. Immerhin konnte ich die letzte Nacht kaum schlafen. Meine Gedanken waren voll und ganz bei den Fischen. Manche würden meinen, dass sei verrückt… ich würde ihnen rechtgeben…
Am anvisierten Platz angekommen, begann ich mein spärliches Tackle auszuladen. Ein Bedchair samt Ruten und einem Rucksack. Mehr brauchte ich nicht um mich wohlzufühlen.
Auf ein Zelt wollte ich verzichten. Kann man doch ohne die lästigen Kunststoffwände viel besser in die Natur eintauchen. Die Eindrücke der eisigen Frühlingsnächte sind immer wieder etwas ganz besonderes. Zum Schutz vor der entstehenden Nässe spannte ich mein Bedchaircover an einer Ecke auf einen Stormstick. So spart man Gepäck, Zeit und ist inmitten der Natur.
Meine Taktik beinhaltete kleine auffällige Köder, welche ich auf sandigem Untergrund präsentieren wollte. Kurze Zeit später lagen die Ruten an ihren vorhergesehen Plätzen und ich warf einen Teebeutel in die Kanne. Ich liebe den Duft von Schwarztee und feuchter Frühlingsluft. Eine Kombination die es so zum Glück noch nicht in Spraydosen zu kaufen gibt. Meine Blicke schweifen über die düstere Wasseroberfläche und die letzten Sonnenstrahlen verziehen sich hinter den Betonkolossen.
Plötzlich springt einer meiner Bobbins auf und ab. Mir schwant nichts Gutes als ich die Rute vom Buzzer Bar nahm. Der Kontakt zum Fisch bestätigte meine Annahme und die erste Brasse konnte im Wasser abgehakt werden. Ich habe wirklich nichts gegen diese Tiere, doch können sie die Idylle einer Nacht im Nu zerstören. Kaum platzierte ich die Rute neu, zeugte meine Zweite von Brassenwirbel. So ging es nun munter weiter bis mir die ganze Situation zu blöd wurde. Auch mit größeren Ködern konnte ich nicht wirklich selektieren und so beschloss ich meinen zurechtgezimmerten Plan zu verwerfen. Die Stunden in denen ich mich von einer Seite im Bett auf die andere wälzte, waren also wieder mal unnütz. Es lag auf der Hand, dass die Klodeckeln an den sandigen Stellen im Freiwasser umhergeisterten. Ich beköderte meine Rigs mit einzelnen Tigernüssen. Diese waren um einiges unattraktiver als die restlichen Köder die ich im Talon hatte. Die Sandbänke musste ich streichen, also beförderte ich meine Montagen, eingebettet in PVA Bags, direkt ins dichte Kraut. Schwere Bleie sollten dafür Sorge tragen, dass es die Montagen bis an den Grund schaffen.
Es war bereits spät in der Nacht als ich meine Idee in die Tat umgesetzt hatte. Der erste Erfolg stellte sich relativ schnell ein, denn meine Nevs blieben stumm. Ich hatte zwar ein ambivalentes Gefühl was die Präsentation der Köder betraf, doch wenigstens konnte ich noch ein paar Stunden schlafen bevor es auf die Uni ging. Doch kaum schloss ich die Augen, bohrte sich ein schriller Piepton in meinen Schädel. Ein Run, und was für einer… Nach einem brutalen Krautdrill konnte ich einen feisten Schuppenkarpfen befreien.
Ich war überglücklich, dass mein Bauchgefühl wieder Recht behalten sollte. Bestärkt durch den Erfolg, manövrierte ich die Montage wieder auf denselben Platz im Kraut. Das Geräusch des Schnurclips und die weiche Landung des Bleies bestätigten mein Tun erneut. Es vergingen keine zwei Stunden bis ein bulliger Spiegler auf der Matte landete.
Was für eine Ausnahmesession! Und das nur dank des Plan B!
Freitag, 4. April 2014
Glück?
"Wer an Glück glaubt, der hat Glück." - Christian Hebbel
Was sind die ausschlaggebenden Kriterien um beim Angeln erfolgreich zu sein? Ich denke diese Frage hat sich bestimmt schon jeder von uns gestellt. Diese zu beantworten ist nicht einfach. Zuerst müsste man einmal analysieren was Erfolg überhaupt ist. Geht es darum möglichst viele Fische zu fangen oder vielleicht möglichst große? Oder steht die Zeit die man am Wasser verbringt im Vordergrund? Natürlich behauptet jeder von sich, dass man das Angeln immer genießen sollte und dass es dabei nicht immer um den Fangerfolg geht. Klar, es ist immer schön am Wasser zu sein, doch wenn wir ehrlich zu uns sind, fangen wir auch lieber Fische als Schneider nach Hause zu gehen. Das eine schließt eben das andere nicht aus.
Hat man nun eine vage Definition von seinem individuellen "Angelerfolg", kann man sich auf den Weg machen um herauszufiltern was dazu notwendig ist um erfolgreich zu sein. Angenommen wir gehen von dem Ziel aus einen Fisch zu fangen, schränken wir die Erfolgsfaktoren schon einmal ein. In erster Linie müssen für einen Fang die Rahmenbedingungen passen. Man kann schließlich auch nur die Fische fangen, welche sich im Gewässer befinden. Da kann noch so viel Anstrengung in die Umsetzung einfließen. Ist kein Biggy im Pool, kann man diesen auch nicht fangen. Hat man ein passendes Gewässer gefunden, geht es an die Vorbereitung. Man versucht so viele Informationen wie möglich zu finden und eventuelle Hot Spots auszumachen. Schließlich will man nichts dem Zufall überlassen.
Den ersten Schritt überwunden, kann nun eine Strategie aufbereitet werden. Wann kann ich fischen? Wie oft? An welchen Plätzen? Unendlich viele Fragen drängen sich auf und man fühlt sich anfangs etwas verloren. Ist die Zeit eingeteilt, stellt sich die nächste Aufgabe. Das Füttern. Ist das Füttern überhaupt möglich oder ist sowieso zuviel Angeldruck auf allen Plätzen? Sind Instant-Sessions überhaupt von Erfolg gekrönt? Man sieht, der Fragenkatalog wird immer länger.
Irgendwann hat man seine Lösung gefunden und man entschließt sich endlich ans Wasser zu gehen. Doch welches Rig soll man nehmen? Immerhin gibt es tausende Komponenten die man irgendwie in seine Wunderwaffe einbauen muss. Man zerbricht sich den Kopf und hat ein schlechtes Gefühl. Egal für was man sich schlussendlich entscheidet.
Hat man all diese Hürden gemeistert, geht es erst richtig ans Eingemachte. Die Spotwahl! Wohin mit den Montagen? Hat man einen Futterplatz angelegt, wurde die Entscheidung schon zuvor getroffen. Wenn nicht, steht man nun vor der Qual der Wahl. Soll man das Plateau, die Kante, die überhängenden Bäume oder doch das Freiwasser wählen? Fragen über Fragen zermarterten schon so manches Anglerhirn....
Doch was will ich mit diesem Artikel überhaupt sagen? Wir versuchen alle Eventualitäten einzugrenzen, versuchen alle Risiken zu minimieren. Doch macht das Sinn? Natürlich hat Fangerfolg in gewisser Weise mit einer Leistung zu tun. Es steckt meist viel Vorbereitung, Energie, Zeit und Geld hinter einem Fang. Doch hat dies etwas mit Können zu tun? Bis zu einem gewissen Grad schon. Doch lenken kann man diesen Erfolg kaum. Denn wir haben es mit Lebewesen zu tun. Man kann versuchen das Verhalten von Karpfen nachzuvollziehen, doch Individuen handeln immer subjektiv und eine Prognose eines anderen ist einfach schwierig. Viel wichtiger ist doch ein gutes Gefühl zu haben, an sein Handeln zu glauben und die Zeit am Wasser zu genießen.
In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß am Wasser!
Johannes
Was sind die ausschlaggebenden Kriterien um beim Angeln erfolgreich zu sein? Ich denke diese Frage hat sich bestimmt schon jeder von uns gestellt. Diese zu beantworten ist nicht einfach. Zuerst müsste man einmal analysieren was Erfolg überhaupt ist. Geht es darum möglichst viele Fische zu fangen oder vielleicht möglichst große? Oder steht die Zeit die man am Wasser verbringt im Vordergrund? Natürlich behauptet jeder von sich, dass man das Angeln immer genießen sollte und dass es dabei nicht immer um den Fangerfolg geht. Klar, es ist immer schön am Wasser zu sein, doch wenn wir ehrlich zu uns sind, fangen wir auch lieber Fische als Schneider nach Hause zu gehen. Das eine schließt eben das andere nicht aus.
Den ersten Schritt überwunden, kann nun eine Strategie aufbereitet werden. Wann kann ich fischen? Wie oft? An welchen Plätzen? Unendlich viele Fragen drängen sich auf und man fühlt sich anfangs etwas verloren. Ist die Zeit eingeteilt, stellt sich die nächste Aufgabe. Das Füttern. Ist das Füttern überhaupt möglich oder ist sowieso zuviel Angeldruck auf allen Plätzen? Sind Instant-Sessions überhaupt von Erfolg gekrönt? Man sieht, der Fragenkatalog wird immer länger.
Hat man all diese Hürden gemeistert, geht es erst richtig ans Eingemachte. Die Spotwahl! Wohin mit den Montagen? Hat man einen Futterplatz angelegt, wurde die Entscheidung schon zuvor getroffen. Wenn nicht, steht man nun vor der Qual der Wahl. Soll man das Plateau, die Kante, die überhängenden Bäume oder doch das Freiwasser wählen? Fragen über Fragen zermarterten schon so manches Anglerhirn....
In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß am Wasser!
Johannes
Sonntag, 9. März 2014
NO FIGHT, NO GLORY!
“Nicht so vieles Federlesen!
Laß mich immer nur herein;
Denn ich bin ein Mensch gewesen,
Und das heißt ein Kämpfer sein.” - J.W. von Goethe
Andreas, mein Angelkollege, sagte mir ich solle doch bei meinem Blogeintrag über Zahnseide schreiben. Denn das käme meinem Erlebnis am nächsten. Doch immer der Reihe nach.
Alles begann mit einem Zeitfenster von zwei Tagen, welches sich durch einen glücklich gestalteten Stundenplan an der Uni ergab. Die Sonne schien und draußen wirkte es so, als ob der Frühling seine ersten Boten losschickte um uns einen Motivationsschub zu verpassen. Ich schleppte mein komprimiertes Tackle durch das schmale Stiegenhaus ins Auto und merkte, dass drei Schichten Gewand heute wohl zu viel des Guten waren. Am Wasser angekommen, wollte ich erst gar nicht mit dem Aufbauen beginnen und genoss erstmal die Sonne. Ich machte es mir auf dem Steg gemütlich und beobachtete das Wasser. Unglaublich viel Kraut war am Gewässerboden aufzufinden.
Die milden Temperaturen ließen es heuer nicht zu, eine bedrückende Eisdecke entstehen zu lassen. Somit wurde das Kraut nie wirklich in seine Schranken gewiesen und konnte die Wucherung dort fortsetzen, wo sie im Herbst aufgehört hatte. Wenn überhaupt. Nachdem ich mein kleines Schlauchboot aufgepumpt hatte, ging es auf Erkundungstour. Ich ließ mich von den Wellen über die Krautbänke treiben und versuchte den einen oder anderen Flossenträger zu erspähen. Doch das Wasser schien wie tot zu sein. Nicht ein Fisch ließ sich blicken. Doch immerhin fand ich einige krautfreie stellen, welche ich spärlich anfütterte. Oft lässt man sich bei den ersten Frühlingsstrahlen dazu verleiten Unmengen an Futter zu versenken, obwohl unter der Oberfläche meist noch Winter herrscht.
Zurück am Ufer stieß auch Andreas dazu, welcher die kommenden zwei Nächte mit mir angeln sollte. Die Sonne verzog sich langsam und mit ihr auch die Wärme. Innerhalb kürzester Zeit fiel das Thermometer um einige Grade. Der Power Stove ging seiner Arbeit nach und zauberte uns ein feines Menü, als sich ein Bissanzeiger zu Wort meldete. Ein Vollrun wie aus dem Bilderbuche, ließ mich den Hunger schnell vergessen. Ich nahm die Rute auf und baute Kontakt zum Fisch auf. „Fu** er steckt im Kraut“, waren meine Worte bevor Andreas mir den Kescher ins Schlauchboot legte. Das ist Teamwork! Ich pumpte mich zum Fisch und der Wind tat sein Übriges um Strecke zu machen. Doch plötzlich blockierte meine Rolle. Ein schneller Blick ließ im Schein der Stirnlampe erkennen, dass wohl einige Schnurwindungen von der Rolle gesprungen waren, welche Kurbelumdrehungen unmöglich machten. Wie konnte das nur passieren? Und das beim ersten Run des Jahres an meinem Hausgewässer. Ich versuchte Ruhe zu bewahren und das Schnurchaos zu lösen.
Doch die Wellen ließen mich immer näher zum Fisch treiben, welcher noch immer im dichten Kraut steckte. Kurz bevor ich über dem Fisch war, entschied ich mich dazu den Fisch direkt an der Leine auszudrillen. Ich legte die Rute aus der Hand und zog so viel Schnur wie möglich von der Rolle. Gleichzeitig versuchte ich mit der anderen Hand Spannung aufzubauen. Das gelang mir relativ gut, doch der Wind trug mich über den Fisch und die Distanz zu meinem Gegenüber wurde immer weiter. Um ein Ausschlitzen zu vermeiden, musste ich gegen die Wellen Rudern. Doch irgendwie musste ich auch die Spannung zum Fisch beibehalten. Kurzerhand entschloss ich mich dazu, die 0,40er Mono in den Mund zu nehmen, um sie so irgendwie festzuhalten. So hatte ich kurz Zeit um zwei Ruderschläge zu machen. Danach nahm ich die Schnur wieder in die Hände und regulierte die Spannung. Nach einigen anstrengenden Minuten befreite sich der Fisch selbst und zog im Mittelwasser übers Kraut. Natürlich geschah das genau in dem Augenblick, als die Mono zwischen meinen Lippen verweilte. Das Material schnitt sich in meine Mundwinkel und ein Schmerz schoss durch meinen Körper. Wenigstens war der Fisch nun frei und ich konnte ihn per Hand weiterdrillen. Das Licht von Andreas´ Stirnlampe war schon ziemlich weit entfernt und das Wasser schwappte bei jeder stärkeren Bewegung über den dünnen Schlauch des Bootes. Nach über 20 Minuten konnte ich den Fisch schlussendlich über den Kescher führen. Doch der anstrengendste Part stand noch bevor. Ich musste einige hundert Meter zurückrudern. Der Fisch außen im Kescher und das gegen den Wind. Komplett nass und erledigt kam ich nach einer gefühlten Ewigkeit am Ufer an. Erst dann wurden mir die Ausmaße des Fisches richtig bewusst. Ich war überwältigt! Nachdem wir den Fisch schonend zurücksetzten, scherzte Andreas, dass ich froh sein solle. Das bisschen Schnur im Mund sei das allemal wert gewesen. Schließlich würde ich ja auch Zahnseide verwenden…
Laß mich immer nur herein;
Denn ich bin ein Mensch gewesen,
Und das heißt ein Kämpfer sein.” - J.W. von Goethe
Andreas, mein Angelkollege, sagte mir ich solle doch bei meinem Blogeintrag über Zahnseide schreiben. Denn das käme meinem Erlebnis am nächsten. Doch immer der Reihe nach.
Alles begann mit einem Zeitfenster von zwei Tagen, welches sich durch einen glücklich gestalteten Stundenplan an der Uni ergab. Die Sonne schien und draußen wirkte es so, als ob der Frühling seine ersten Boten losschickte um uns einen Motivationsschub zu verpassen. Ich schleppte mein komprimiertes Tackle durch das schmale Stiegenhaus ins Auto und merkte, dass drei Schichten Gewand heute wohl zu viel des Guten waren. Am Wasser angekommen, wollte ich erst gar nicht mit dem Aufbauen beginnen und genoss erstmal die Sonne. Ich machte es mir auf dem Steg gemütlich und beobachtete das Wasser. Unglaublich viel Kraut war am Gewässerboden aufzufinden.
Die milden Temperaturen ließen es heuer nicht zu, eine bedrückende Eisdecke entstehen zu lassen. Somit wurde das Kraut nie wirklich in seine Schranken gewiesen und konnte die Wucherung dort fortsetzen, wo sie im Herbst aufgehört hatte. Wenn überhaupt. Nachdem ich mein kleines Schlauchboot aufgepumpt hatte, ging es auf Erkundungstour. Ich ließ mich von den Wellen über die Krautbänke treiben und versuchte den einen oder anderen Flossenträger zu erspähen. Doch das Wasser schien wie tot zu sein. Nicht ein Fisch ließ sich blicken. Doch immerhin fand ich einige krautfreie stellen, welche ich spärlich anfütterte. Oft lässt man sich bei den ersten Frühlingsstrahlen dazu verleiten Unmengen an Futter zu versenken, obwohl unter der Oberfläche meist noch Winter herrscht.
Staggarden Pool
Eigentlich war es ja ganz anders geplant. Vor einigen Wochen wurde ein Termin mit Patrick Wanhal fixiert, um an einer kleinen Schottergrube unser Glück zu versuchen. Am Abend bevor unsere gemeinsame Februarsession starten sollte, kam die Ernüchterung. Patrick konnte den Teichbesitzer nicht erreichen und somit war unser Plan Geschichte. Wir zermarterten uns den Kopf, wo wir um diese Jahreszeit nur hingehen könnten, doch keines der zur Auswahl stehenden Gewässer sprach uns beide an. Wir diskutierten so lange, bis wir zum Entschluss kamen, dass es wohl dieses mal nicht sein sollte, dass wir gemeinsam ans Wasser gehen. Egal, kann man nicht ändern. Ich wollte die Sache schon abblasen und mir einen gemütlichen Tag zu Hause machen. Doch ich saß auf Nadeln. Draußen hatte es Plusgrade und die letzten zwei Blanks saßen mir noch tief im Nacken.
Kurz ein Herz gefasst und das Tackle zusammengepackt. Es sollte an einen kleinen, verwinkelten Waldteich gehen. Ich kannte das Gewässer schon von früheren Sessions und ich wusste um den bunten Bestand an Fischen bescheid. Etliche kleine Karpfen, Schleien, Rotaugen und Brassen. Es handelte sich um ein kleines Naturjuwel mit englischem Charme. Monsterfische waren keine zu erwarten, doch für ein Dayticket war es nahezu perfekt. Man muss doch nicht immer den ganz großen hinterherjagen. Vor allem nicht im Februar. Dementsprechend gestaltete sich auch meine Tacklewahl. Ein Rucksack, die kleine Eco Mat von Trakker, Ruten und Kescher landeten in meinem Bus.
An den Ufern des Teiches angekommen, wurde ich sofort in einen magischen Bann gezogen. Buntes Laub am Boden, Schneereste im Schatten der Bäume und viele Buchten, deren Ufer mit einer alten Moosschicht bedeckt waren. Ich fühlte mich zurückversetzt in meine unbeschwerte Kindheit. Mit leichtem Tackle bewaffnet, kleinen makellosen Fischen nachstellen. Ach wie schön! Ich setzte mich auf eine feuchte Bank an einer Halbinsel und begann, alles fertig zu machen. Kurze Combirigs mit kleinen Kontinental Haken, gebunden im KD-Style, geschmückt mit kleinen Ködern sollten Erfolg bringen. Ich stopfte meine Solid Bags und beobachtete durch einen Nebelschleier die Wasseroberfläche. Ich montierte zehn fertige Rigs, welche sorgfältig in die Bags drapiert wurden. Ich wollte nach Fischaktivitäten Ausschau halten und Flossenträger gezielt anwerfen. Um schnell „nachladen“ zu können, wollte ich sicherheitshalber Reserve haben.
Es vergingen einige Stunden in denen ich mehrmals kleinste Blasenteppiche anwarf. Ohne Erfolg. Plötzlich ein Biss an der freien Leine und die Monofile glitt durch meine Finger. Ich stoppte den Kontrahenten umgehend und stellte schnell fest, dass es sich um eine feiste Brasse handelte, die meinem in Goo gesoakten Köder nicht wiederstehen konnte.
Kurz ein Herz gefasst und das Tackle zusammengepackt. Es sollte an einen kleinen, verwinkelten Waldteich gehen. Ich kannte das Gewässer schon von früheren Sessions und ich wusste um den bunten Bestand an Fischen bescheid. Etliche kleine Karpfen, Schleien, Rotaugen und Brassen. Es handelte sich um ein kleines Naturjuwel mit englischem Charme. Monsterfische waren keine zu erwarten, doch für ein Dayticket war es nahezu perfekt. Man muss doch nicht immer den ganz großen hinterherjagen. Vor allem nicht im Februar. Dementsprechend gestaltete sich auch meine Tacklewahl. Ein Rucksack, die kleine Eco Mat von Trakker, Ruten und Kescher landeten in meinem Bus.
An den Ufern des Teiches angekommen, wurde ich sofort in einen magischen Bann gezogen. Buntes Laub am Boden, Schneereste im Schatten der Bäume und viele Buchten, deren Ufer mit einer alten Moosschicht bedeckt waren. Ich fühlte mich zurückversetzt in meine unbeschwerte Kindheit. Mit leichtem Tackle bewaffnet, kleinen makellosen Fischen nachstellen. Ach wie schön! Ich setzte mich auf eine feuchte Bank an einer Halbinsel und begann, alles fertig zu machen. Kurze Combirigs mit kleinen Kontinental Haken, gebunden im KD-Style, geschmückt mit kleinen Ködern sollten Erfolg bringen. Ich stopfte meine Solid Bags und beobachtete durch einen Nebelschleier die Wasseroberfläche. Ich montierte zehn fertige Rigs, welche sorgfältig in die Bags drapiert wurden. Ich wollte nach Fischaktivitäten Ausschau halten und Flossenträger gezielt anwerfen. Um schnell „nachladen“ zu können, wollte ich sicherheitshalber Reserve haben.
Es vergingen einige Stunden in denen ich mehrmals kleinste Blasenteppiche anwarf. Ohne Erfolg. Plötzlich ein Biss an der freien Leine und die Monofile glitt durch meine Finger. Ich stoppte den Kontrahenten umgehend und stellte schnell fest, dass es sich um eine feiste Brasse handelte, die meinem in Goo gesoakten Köder nicht wiederstehen konnte.
Ich war seit langer Zeit wieder einmal happy über solch einen Gesellen. Schließlich fischte ich mit kleinen Ködern und ging das Risiko von Beifängen ein. Mir war das kurzweilige Angeln wichtiger als die Selektion. Die Brassendame zurückgesetzt, lag die Montage auch schon wieder am selben Spot. Keine fünf Minuten später wieder ein Biss. Diesmal spürte ich hektische Kopfschläge und vermutete, dass es sich um einen Karpfen handeln würde. Nach einem kurzen Drill lag er dann auch schon in den Keschermaschen. Yes, ich war total glücklich über den kleinen Knirps. Der erste Fisch des Jahres und dann auch noch beim Stalken.
Ein hammermäßiges Gefühl. So ging es kontinuierlich weiter. In der Dämmerung konnte ich fünf Fische fangen, der schwerste hatte wohl 3 Kilo. Doch um Gewichte ging es dabei nicht. Zeitgleich zum Stalken fütterte ich in regelmäßigen Abständen einen kleinen Spot mit Kleinstfuttermengen. Dort landeten auch nach dem Sonnenuntergang meine Montagen.
Zufrieden trank ich einen heißen Tee und klingelte bei Patrick durch, um ihm meine Erlebnisse zu erzählen. Kaum hat er abgehoben, vernahm ich einen dumpfen Klatscher an der Wasseroberfläche. Ich konnte mich kaum auf das Gespräch konzentrieren, denn das Geräusch hörte sich nach einer Fischkategorie an, mit welcher ich an diesem Gewässer nicht rechnete. Sekunden später wieder. Diesmal konnte ich den Ort ungefähr ausmachen und ich sah Wasserbewegungen im Schein des Mondes. „Patrick, ich muss Schluss machen. Ich muss eine Rute umlegen“, waren meine letzten Worte bevor ich zügig Schnur einholte. Klatsch, da war es wieder. Diesmal konnte ich es klar und deutlich sehen. Inmitten des Sees sprang und rollte ein guter Fisch. Da das Werfen nicht unbedingt zu meinen Stärken zählt, musste ich mir wahrlich Mühe geben, um das Rig mit dem PVA Bag auf diese Distanz zu manövrieren. Doch ich schaffte es und verharrte der Dinge.
Ich starrte auf die Daiwa und betete insgeheim, den Fisch ans Band zu bekommen. Und es passierte. Minuten später stand ich mit krummer Rute am Ufer und konterte den wilden Fluchten des Fisches. Nach einem atemberaubenden Drill ergab er sich. Ein Freudenschrei ertönte durch den Wald, der wohl dem einen oder anderen Fuchs eine halbe Herzattacke bescherte. Ich hielt einen urigen Schuppenkarpfen in die Kamera und konnte mein Glück nicht fassen. Nach einigen Fotos gab ich dem Fisch mit zittrigen Händen die Freiheit zurück. Ich war zufrieden. Zufrieden mit den schönen kleinen Fische, die mir den Tag versüßten und zufrieden mit dem alten Schuppi!
Beste Grüße,
Johannes"
Ich starrte auf die Daiwa und betete insgeheim, den Fisch ans Band zu bekommen. Und es passierte. Minuten später stand ich mit krummer Rute am Ufer und konterte den wilden Fluchten des Fisches. Nach einem atemberaubenden Drill ergab er sich. Ein Freudenschrei ertönte durch den Wald, der wohl dem einen oder anderen Fuchs eine halbe Herzattacke bescherte. Ich hielt einen urigen Schuppenkarpfen in die Kamera und konnte mein Glück nicht fassen. Nach einigen Fotos gab ich dem Fisch mit zittrigen Händen die Freiheit zurück. Ich war zufrieden. Zufrieden mit den schönen kleinen Fische, die mir den Tag versüßten und zufrieden mit dem alten Schuppi!
Beste Grüße,
Johannes"
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