Montag, 2. Juni 2014

Sommergefühle II

 "Wenn ihr ein Jahr gelebt und den Wechsel der Jahreszeiten erlebt habt: Winter, Frühling, Sommer, Herbst, dann habt ihr alles gesehen und nichts Neues werdet ihr mehr erblicken." - Michel de Montaigne

Bewusst zu leben und auch die Vor- bzw. Nachteile der Jahreszeiten zu bemerken fällt besonders leicht wenn man sich in die Natur begibt. Mindestens einmal in der Woche flüchte ich aus der Stadt um die Ruhe am Wasser zu finden. Dass ich den Sommer mit seinen lauen Nächten und grünen Farben bevorzuge, konntet ihr ja bereits aus dem ersten Teil entnehmen. Doch manchmal treibt mich der Sommer auch zum Wahnsinn.

Verschwitzt hetzte ich von der Vorlesung nach Hause. Die U-Bahn zur Stoßzeit ist wahrlich kein Vergnügen. Schmierige Körper stapeln sich in den Waggons und erst bei jeder Station kommt ansatzweise Frischluft hinzu. Als ich ausgestiegen bin um mein Tackle aus der Wohnung zu holen, beschloss ich nicht wieder mit der U-Bahn, sondern mit dem VW-Bus ans Wasser zu fahren. Als ich jedoch das Auto anstarten wollte, bekam ich keine Reaktion. Da dürfte jemand das Licht nicht abgedreht haben bei der letzten Fahrt. Ich hatte da schon jemanden in Verdacht... Die darauffolgenden zwei Stunden verbrachte ich wartend. Denn der Pannendienst hatte an diesem Tag offensichtlich einiges zu tun. Als der Motor endlich lief, hatte ich das Glück 60 Minuten im Stau stehen zu dürfen. Nach dieser Odyssee war ich froh an meinem Swim angekommen zu sein.




Die Ruten lagen auf ihren Plätzen und das Entspannen konnte beginnen. Nachmittags kamen Arnold, Andi, David&Marion und Anna vorbei und es wurde eine gesellige Runde. Andi kochte eine asiatische Hühnerpfanne und als Nachspeise gab es vegane Muffins von Anna. Immerhin wollte sie sich auch für den Fauxpas mit dem Auto entschuldigen. :)



Als es zu dämmern begann, war nur noch Arnold bei mir. Es war ruhig und nur der Wind der durch das Schilf zog war zu hören, als ich einen brachialen Biss bekam. Nach einem unspektakulären Drill konnte ich einen richtigen Brocken landen. Als der Spiegler auf der Matte lag, kam auch in meine zweite Rute Bewegung. Arnold versorgte meinen Fisch und hängte ihn in der Schlinge wieder ins Wasser. Ich drillte währenddessen den zweiten Fisch. Wieder war es ein kräftiger Spiegler! Wahnsinn was da abging. Kurz überlegten wir ob wir Fotos mit beiden Fischen auf der Matte machen sollten. Doch das Wohl der Karpfen ging vor! So schossen wir einige Einzelpics der Fische und genossen die spitzenmäßige Stimmung. Arnold war mir eine große Hilfe und ich fand es wirklich schön seine ehrliche Freude miterleben zu können!



Solche Geschichten schreibt nur der Sommer! Also geht raus und genießt ihn!

TL, Johannes

Mittwoch, 28. Mai 2014

Die Sendung mit der Maus

In der aktuellen Ausgabe des "Carp in Focus" wurde der Artikel "Die Sendung mit der Maus" von mir veröffentlicht. Ich freue mich auch riesig vom Cover lächeln zu dürfen!


Vielen Dank für das Foto Arnold Pap! Hast was gut bei mir hombre!

Dienstag, 27. Mai 2014

Sommergefühle I

"Der Sommer macht den Menschen zum Träumer." - Paul Keller


Auch wenn es etwas gedauert hat. Schön langsam ist er da. Der Sommer! Die Temperaturen steigen und somit auch der Lärmpegel der Stadt. Die Menschen kommen aus ihren Wohnungen und vegetieren Eis schleckend in den Parks, inmitten der grauen Wohnburgen. Die bedrückende Stimmung aus der kälteren Hälfte des Jahres weicht einer latenten Aggression. Ich frage mich ob es wohl auch eine Jahreszeit gibt, in welcher die Menschen zufrieden sind. Ich denke nicht. Ich für meinen Teil liebe den Sommer. Ich liebe es abends länger draußen sitzen zu können, die Natur in ihrer vollsten Form zu erleben und mich im kühlen Nass zu erholen.



Die letzten Wochen vor Semesterschluss geht es an der Uni aber wieder richtig zur Sache. Prüfungen, Seminarprojekte und die Bachelorarbeit geistern in meinem Kopf umher. Wiedermal nutze ich die Nächte um meinen geliebten Karpfen nachzustellen. Abends aufbauen und morgens abbauen. Dieser Prozess funktioniert mittlerweile so routiniert, dass ich ihn wohl auch blind ausüben könnte. Komprimiertes Tackle und vorgefertigte Montagen lassen es zu, binnen kürzester Zeit startklar zu sein.



Attraktive Köder sind hier für mich die erste Wahl. Die Scoberry Kugeln ließen mich noch nie im Stich und genießen mein vollstes Vertrauen. In PVA verpackt, werden die Montagen zwischen krautigen Stellen im Flachwasser angeboten.


Meine Schnüre werden zwar das ganze Jahr abgesenkt, doch der Sommer zwingt mich regelrecht dazu. Schwimmer, Segler und Bootsfahrer sind in Massen unterwegs und verursachten nicht nur einmal einen Vollrun. Doch manchmal ertönt mein Nev` nicht aufgrund von irgendwelchen Störenfrieden. Nein, manchmal ist mir das Glück hold und ich kann einen schönen Fisch keschern. Dann hat wieder alles gepasst und mein Bauchgefühl sollte Recht behalten.


Jede Jahreszeit hat seinen eigenen Reiz. Doch der Sommer hat mich in seinen Bann gezogen. Abends wird am Wasser etwas gegrillt, kühles Bier getrunken und mit Freunden gequatscht und in der Nacht werden die Fische abgegriffen. Ich liebe dieses System. Am Morgen gehe ich meist noch eine Runde schwimmen bevor es wieder in den Hörsaal geht.


Sommer! Für mich die schönste Zeit im Jahr. Sonne, Wasser, gute Laune und mit etwas Glück bin ich auch noch erfolgreich.


Warum ich stundenlang in meinem VW Bus hockte und was ich danach erlebt habe, werdet ihr im nächsten Teil von "Sommergefühle" erfahren.


TL, Johannes

Mittwoch, 14. Mai 2014

Rainy.Days

Der Regen prasselte unaufhörlich auf mein Schirmzelt und die Vögel im Baum hinter mir gaben ihren Gesang zum Besten. Doch ab und an verstummte der Gesang, da meine Nevs von einem Biss zeugten. Dicke Schleien, Schuppenkarpfen und ein monströser Twotone landeten in meinen Keschermaschen. Die für mich einzigartige Atmosphäre habe ich in dem Clip "Rainy.Days" festgehalten.


Viel Spaß damit!

Dienstag, 29. April 2014

Ein Fuffi beim Lernen

„Tun zu können, was man gerne tut, bedeutet Freiheit.
Das gerne zu tun, was man tut, bedeutet Glück. - Henry David Thoreau

Auf der Suche nach dem Lebensglück sind wir doch alle. Wie Thoreau, mein Lieblingsautor, schon vor knapp 200 Jahren schrieb, leitet sich die Bedeutung des Glückes daraus ab die Dinge, welche man tut, gerne zu tun. Klingt nach einem einfachen Rezept. Doch meist fällt dies schwerer als gedacht. Immerhin tut man doch öfters Dinge, welche einem nicht wirkliche Freude bereiten. Doch warum handelt man so, wenn man doch weiß, dass dies nicht der richtige Weg zum Glück ist? Ich denke, es liegt an den übergeordneten Zielen welche von uns verfolgt werden. Ein gutes Beispiel ist das Lernen an der Uni. Auf den ersten Blick mache ich es nicht wirklich gerne. Doch ohne Lernen bleibt auch der längerfristige Erfolg aus. Und dieser könnte mich glücklich machen. Deshalb versuche ich diesen negativen Beigeschmack zu umgehen und verschiedene Tätigkeiten miteinander zu kombinieren. 
Lernen und Angeln zum Beispiel...


Sonntag, 13. April 2014

European Fishing Award

Nun ist die Austrian Fishing Show auch wieder vorbei. Mit ihr auch die Verleihung der European Fishing Awards. Mit über 23.000 Zugriffen und mehr als 2.600 Votings konnte ich in der Kategorie "Bestes Video" den ersten Platz belegen. Vielen Dank für die vielen Votes und das tolle Feedback!


Hier geht es zu dem Siegervideo "Angeln ist":


Donnerstag, 10. April 2014

Plan B

“Die Zeit ist nur der Fluss in dem ich angle. – H.D. Thoreau”


Die Aktivitäten der Karpfen halten sich noch in Grenzen. Das Wasser ist noch zu kühl um den Stoffwechsel richtig anzukurbeln. Krautreste bewegen sich in der kalten Strömung und ein paar Rotfedern schwirren hektisch unter meinem Boot umher. Ich ziehe den Kragen meiner Regenjacke in die Höhe und beim Ausatmen läuft meine Brille völlig an. Die nasse Luft reinigt meine durch Smog geplagten Lungen und ein Gefühl von Freiheit überkommt mich als der Stadtlärm beginnt immer leiser zu werden. Das Boot gleitet rhythmisch über die Wellen. Immer meinem Ziel entgegen. Meine Strategie hatte ich mir schon detailgenau festgelegt. Immerhin konnte ich die letzte Nacht kaum schlafen. Meine Gedanken waren voll und ganz bei den Fischen. Manche würden meinen, dass sei verrückt… ich würde ihnen rechtgeben…

Am anvisierten Platz angekommen, begann ich mein spärliches Tackle auszuladen. Ein Bedchair samt Ruten und einem Rucksack. Mehr brauchte ich nicht um mich wohlzufühlen.

Auf ein Zelt wollte ich verzichten. Kann man doch ohne die lästigen Kunststoffwände viel besser in die Natur eintauchen. Die Eindrücke der eisigen Frühlingsnächte sind immer wieder etwas ganz besonderes. Zum Schutz vor der entstehenden Nässe spannte ich mein Bedchaircover an einer Ecke auf einen Stormstick. So spart man Gepäck, Zeit und ist inmitten der Natur.



Der schlammige Boden unter meinen Füßen wurde bei jedem Schritt immer tiefer durchwühlt. Nach einigen Sessions sieht es immer so aus als ob sich hier ein paar Wildschweine gesuhlt hätten.

Meine Taktik beinhaltete kleine auffällige Köder, welche ich auf sandigem Untergrund präsentieren wollte. Kurze Zeit später lagen die Ruten an ihren vorhergesehen Plätzen und ich warf einen Teebeutel in die Kanne. Ich liebe den Duft von Schwarztee und feuchter Frühlingsluft. Eine Kombination die es so zum Glück noch nicht in Spraydosen zu kaufen gibt. Meine Blicke schweifen über die düstere Wasseroberfläche und die letzten Sonnenstrahlen verziehen sich hinter den Betonkolossen.


Plötzlich springt einer meiner Bobbins auf und ab. Mir schwant nichts Gutes als ich die Rute vom Buzzer Bar nahm. Der Kontakt zum Fisch bestätigte meine Annahme und die erste Brasse konnte im Wasser abgehakt werden. Ich habe wirklich nichts gegen diese Tiere, doch können sie die Idylle einer Nacht im Nu zerstören. Kaum platzierte ich die Rute neu, zeugte meine Zweite von Brassenwirbel. So ging es nun munter weiter bis mir die ganze Situation zu blöd wurde. Auch mit größeren Ködern konnte ich nicht wirklich selektieren und so beschloss ich meinen zurechtgezimmerten Plan zu verwerfen. Die Stunden in denen ich mich von einer Seite im Bett auf die andere wälzte, waren also wieder mal unnütz. Es lag auf der Hand, dass die Klodeckeln an den sandigen Stellen im Freiwasser umhergeisterten. Ich beköderte meine Rigs mit einzelnen Tigernüssen. Diese waren um einiges unattraktiver als die restlichen Köder die ich im Talon hatte. Die Sandbänke musste ich streichen, also beförderte ich meine Montagen, eingebettet in PVA Bags, direkt ins dichte Kraut. Schwere Bleie sollten dafür Sorge tragen, dass es die Montagen bis an den Grund schaffen.


Es war bereits spät in der Nacht als ich meine Idee in die Tat umgesetzt hatte. Der erste Erfolg stellte sich relativ schnell ein, denn meine Nevs blieben stumm. Ich hatte zwar ein ambivalentes Gefühl was die Präsentation der Köder betraf, doch wenigstens konnte ich noch ein paar Stunden schlafen bevor es auf die Uni ging. Doch kaum schloss ich die Augen, bohrte sich ein schriller Piepton in meinen Schädel. Ein Run, und was für einer… Nach einem brutalen Krautdrill konnte ich einen feisten Schuppenkarpfen befreien.


Ich war überglücklich, dass mein Bauchgefühl wieder Recht behalten sollte. Bestärkt durch den Erfolg, manövrierte ich die Montage wieder auf denselben Platz im Kraut. Das Geräusch des Schnurclips und die weiche Landung des Bleies bestätigten mein Tun erneut. Es vergingen keine zwei Stunden bis ein bulliger Spiegler auf der Matte landete.


Was für eine Ausnahmesession! Und das nur dank des Plan B!