Montag, 27. Oktober 2014

Team Korda

Nun ist es offiziell! Ich freue mich das Team Korda unterstützen zu dürfen! Mehr Infos unter: http://de.korda.co.uk/teamkorda/?id=77


Mittwoch, 8. Oktober 2014

Worknights

Der Rucksack auf meinem Rücken wird bei jedem Schritt schwerer während ich zielstrebig zu der U-Bahn Station gehe. Es ist sechs Uhr in der Früh und es war eine verregnete Nacht. Der Morgenverkehr rauscht an mir vorbei und die Gesichter der Menschen wirken versteinert. Keine Emotionen oder Regungen lassen Rückschlüsse auf die Persönlichkeit der Passanten schließen. Die uniformhaften Anzüge merzen den letzten Funken Individualität aus. An der Ecke der Station kaufe ich mir noch schnell einen Kaffee in einem Pappbecher und verabschiede mich von meinem zweiten Leben. Ich bin müde aber zufrieden. Ich habe wieder etwas erlebt. Etwas erlebt, als alle anderen vor dem Fernseher oder im Bett lagen und das Leben an sich vorbeiziehen ließen. Die Nächte zwischen der Arbeit gehören mir. Mir alleine!




Zweimal pro Woche baue ich in eingeübter Routine mein Brolly und das Bedchair auf, montiere die Ruten und brühe mir einen heißen Tee. Absolute Ruhe überkommt mich sobald die Blanks auf den Delkims liegen und ich auf das nächste Abenteuer warte. Denn es sind wahrliche Abenteuer die man bei regelmäßigen Overnightern erlebt. Abenteuer im kleinen Rahmen versteht sich. Ich beobachte die Enten und beneide sie um die Selbstverständlichkeit mit der sie das Leben am Wasser meistern. Der Regen prasselt auf den Schirm und ich fühle mich geborgen. Das Leben wird in diesen Augenblicken auf essenzielle Dinge reduziert. Man ist froh einfach „sein“ zu können ohne weitere energieraubende Gedanken aufbringen zu müssen. Das Schilf vor mir wirkt wie eine Wand die mich vor dem Wind schützt und die Äste der Schwarzpappel bieten zusätzlichen Schutz vor der Witterung. Der Wecker wird auf fünf Uhr gestellt um es rechtzeitig ins Büro zu schaffen. Ich gehe früh schlafen um am nächsten Tag fit zu sein. Die Laute des Biebers und der umherstreifenden Ratten begleiten mich in den Schlaf. Wenn ich Glück habe werde ich von einem Fisch geweckt. Wenn nicht, schlafe ich an der frischen Luft und tanke meine Akkus auf. Es ist einfach unbeschreiblich schön sich nach dem Releasen wieder in den Schlafsack zu legen und zu bemerken wie die nassen Ärmel des Pullovers langsam wieder trocknen.




Im Büro angekommen weilen meine Gedanken bei dem Erlebten der letzten Nacht und ich bin überglücklich über mein persönliches Abenteuer. Die Zeit vergeht wie im Flug wenn viel zu tun ist und schon ist wieder Feierabend. Die Wetterprognosen werden nochmal gecheckt und schon stehe ich wieder in meinem Boot und steuere den Swim an. Es ist die Lust das Leben zu spüren die mich antreibt kein Abenteuer verpassen zu wollen.

Mehr Infos zu den neuen Produkten von Korda: http://de.korda.co.uk/karpfenangelnnews/?id=587

Dienstag, 12. August 2014

Der Punkt namens Leben

Die Vergangenheit ist vorbei. Wie der geschmolzene Schnee des letzten Jahres. Somit existiert sie nicht, denn sie ist für uns nicht mehr greifbar. Die Zukunft gestaltet sich nur aus Gedanken und Vorstellungen die ihre Bahnen in unseren Hirnen drehen. Daher existiert sie auch nicht. Das Jetzt, also die Gegenwart in der wir leben, ist ein Punkt. Ein Punkt der die Vergangenheit mit der Zukunft verbindet. Mathematisch betrachtet ist ein Punkt eine verschwindend geringe Einheit im Raum. Für mich stellt sich also die Frage, ob die Gegenwart in der wir leben überhaupt existiert. Ist sie doch ein Punkt der Nichts mit Nichts verbindet. Was dieses Gedankenexperiment mit dem Angeln zu tun hat, möchte ich in den folgenden Zeilen erläutern.



Klar ist, dass die Zeit, also unsere Lebenszeit begrenzt ist. Somit müssen wir mit diesem knappen Gut haushalten. Wir müssen unser Leben organisieren und einteilen. Verpflichtungen und Freizeit müssen wie ein zu kleiner Schuh über den Fuß gepresst werden. Beim Gehen bekommen wir Blasen, doch ohne Schuhe würden wir frieren. Angeln ist zeitintensiv, das steht außer Frage. Doch irgendwie schafft man es den Punkt namens Gegenwart am Wasser zu platzieren.




Wenn die Zeit nur ein Konstrukt der Menschheit ist, also ein Gebilde, welches erfunden wurde und eigentlich beliebig gestaltbar ist, wird der Moment wichtiger und das Handeln rückt in den Mittelpunkt. Denn, warum muss eine Minute 60 Sekunden haben oder eine Stunde 60 Minuten? Wir fangen an nachzurechnen wie viele Fische wir in einer gewissen Zeitperiode fangen konnten und erklären somit unseren Erfolg. Doch was ist schon ein Erfolg der auf einem abstrakten Gebilde beruht? Nämlich der Zeit? Vielmehr sollten wir unser Handeln von der Zeit abkoppeln. Erst dann kann das eigene Tun in vollen Zügen ausgekostet werden. Man denkt nicht darüber nach wann der Wecker in der Früh klingelt und was für Herausforderungen anstehen. Und man denkt auch nicht über Misserfolge nach, welche hinter einem liegen. So kann man es schaffen in sich zu gehen um das Leben zu genießen. Egal ob es heißt Freude, Glück, Trauer oder Misserfolge zu bewältigen. Das Leben spielt sich auf einem Punkt ab. Auf einem Punkt der nicht fassbar ist wenn man gedenkt über ihn nachzusinnen. Der Punkt verändert sich laufend und besteht nicht aus unseren Gedanken sondern aus unserem Handeln, dem tatsächlichen Leben.


Warum ich das schreibe hat einen wirklich einfachen Grund. Wenn nicht sogar den einfachsten den es überhaupt gibt. Es ist die Frage nach einem guten und glücklichen Leben. Diese Frage kann auf beliebige Situationen übertragen werden; was macht eine gute Session, eine glückliche Beziehung oder einen guten Job aus? Wenn man seinen Blick von den offensichtlichen Dingen abschweifen lässt um tiefer und genauer hinzusehen, wird man merken, dass es nicht die Oberflächlichkeiten sind die einem Freude bereiten. Und surreale Dinge wie der Begriff Zeit machen uns nur unnötigen Druck. Zu schnell könnte ein schönes Erlebnis vorbei sein, oder zu wenig Zeit über sein um ein Ziel zu erreichen. Die Angst steht somit im Vordergrund und bildet eine unüberwindbare Barriere um das Leben zu genießen.


In diesem Sinne, genießt die Zeit. Lasst euch nicht von irgendjemandem verrückt machen. Geht angeln und macht euch keinen Druck. Inhaliert die Natur und stolpert nicht über den Punkt namens Leben.


Johannes

Montag, 16. Juni 2014

Mein Jahr

Meine letzte Saison wird mir wohl lange in Erinnerung bleiben. Wie es mir 2013 erging und was ich erleben durfte, kann, wenn man will, in der aktuellen Ausgabe des Carp Mirror nachgelesen werden.


Liebe Grüße, Johannes

Montag, 2. Juni 2014

Sommergefühle II

 "Wenn ihr ein Jahr gelebt und den Wechsel der Jahreszeiten erlebt habt: Winter, Frühling, Sommer, Herbst, dann habt ihr alles gesehen und nichts Neues werdet ihr mehr erblicken." - Michel de Montaigne

Bewusst zu leben und auch die Vor- bzw. Nachteile der Jahreszeiten zu bemerken fällt besonders leicht wenn man sich in die Natur begibt. Mindestens einmal in der Woche flüchte ich aus der Stadt um die Ruhe am Wasser zu finden. Dass ich den Sommer mit seinen lauen Nächten und grünen Farben bevorzuge, konntet ihr ja bereits aus dem ersten Teil entnehmen. Doch manchmal treibt mich der Sommer auch zum Wahnsinn.

Verschwitzt hetzte ich von der Vorlesung nach Hause. Die U-Bahn zur Stoßzeit ist wahrlich kein Vergnügen. Schmierige Körper stapeln sich in den Waggons und erst bei jeder Station kommt ansatzweise Frischluft hinzu. Als ich ausgestiegen bin um mein Tackle aus der Wohnung zu holen, beschloss ich nicht wieder mit der U-Bahn, sondern mit dem VW-Bus ans Wasser zu fahren. Als ich jedoch das Auto anstarten wollte, bekam ich keine Reaktion. Da dürfte jemand das Licht nicht abgedreht haben bei der letzten Fahrt. Ich hatte da schon jemanden in Verdacht... Die darauffolgenden zwei Stunden verbrachte ich wartend. Denn der Pannendienst hatte an diesem Tag offensichtlich einiges zu tun. Als der Motor endlich lief, hatte ich das Glück 60 Minuten im Stau stehen zu dürfen. Nach dieser Odyssee war ich froh an meinem Swim angekommen zu sein.




Die Ruten lagen auf ihren Plätzen und das Entspannen konnte beginnen. Nachmittags kamen Arnold, Andi, David&Marion und Anna vorbei und es wurde eine gesellige Runde. Andi kochte eine asiatische Hühnerpfanne und als Nachspeise gab es vegane Muffins von Anna. Immerhin wollte sie sich auch für den Fauxpas mit dem Auto entschuldigen. :)



Als es zu dämmern begann, war nur noch Arnold bei mir. Es war ruhig und nur der Wind der durch das Schilf zog war zu hören, als ich einen brachialen Biss bekam. Nach einem unspektakulären Drill konnte ich einen richtigen Brocken landen. Als der Spiegler auf der Matte lag, kam auch in meine zweite Rute Bewegung. Arnold versorgte meinen Fisch und hängte ihn in der Schlinge wieder ins Wasser. Ich drillte währenddessen den zweiten Fisch. Wieder war es ein kräftiger Spiegler! Wahnsinn was da abging. Kurz überlegten wir ob wir Fotos mit beiden Fischen auf der Matte machen sollten. Doch das Wohl der Karpfen ging vor! So schossen wir einige Einzelpics der Fische und genossen die spitzenmäßige Stimmung. Arnold war mir eine große Hilfe und ich fand es wirklich schön seine ehrliche Freude miterleben zu können!



Solche Geschichten schreibt nur der Sommer! Also geht raus und genießt ihn!

TL, Johannes

Mittwoch, 28. Mai 2014

Die Sendung mit der Maus

In der aktuellen Ausgabe des "Carp in Focus" wurde der Artikel "Die Sendung mit der Maus" von mir veröffentlicht. Ich freue mich auch riesig vom Cover lächeln zu dürfen!


Vielen Dank für das Foto Arnold Pap! Hast was gut bei mir hombre!

Dienstag, 27. Mai 2014

Sommergefühle I

"Der Sommer macht den Menschen zum Träumer." - Paul Keller


Auch wenn es etwas gedauert hat. Schön langsam ist er da. Der Sommer! Die Temperaturen steigen und somit auch der Lärmpegel der Stadt. Die Menschen kommen aus ihren Wohnungen und vegetieren Eis schleckend in den Parks, inmitten der grauen Wohnburgen. Die bedrückende Stimmung aus der kälteren Hälfte des Jahres weicht einer latenten Aggression. Ich frage mich ob es wohl auch eine Jahreszeit gibt, in welcher die Menschen zufrieden sind. Ich denke nicht. Ich für meinen Teil liebe den Sommer. Ich liebe es abends länger draußen sitzen zu können, die Natur in ihrer vollsten Form zu erleben und mich im kühlen Nass zu erholen.



Die letzten Wochen vor Semesterschluss geht es an der Uni aber wieder richtig zur Sache. Prüfungen, Seminarprojekte und die Bachelorarbeit geistern in meinem Kopf umher. Wiedermal nutze ich die Nächte um meinen geliebten Karpfen nachzustellen. Abends aufbauen und morgens abbauen. Dieser Prozess funktioniert mittlerweile so routiniert, dass ich ihn wohl auch blind ausüben könnte. Komprimiertes Tackle und vorgefertigte Montagen lassen es zu, binnen kürzester Zeit startklar zu sein.



Attraktive Köder sind hier für mich die erste Wahl. Die Scoberry Kugeln ließen mich noch nie im Stich und genießen mein vollstes Vertrauen. In PVA verpackt, werden die Montagen zwischen krautigen Stellen im Flachwasser angeboten.


Meine Schnüre werden zwar das ganze Jahr abgesenkt, doch der Sommer zwingt mich regelrecht dazu. Schwimmer, Segler und Bootsfahrer sind in Massen unterwegs und verursachten nicht nur einmal einen Vollrun. Doch manchmal ertönt mein Nev` nicht aufgrund von irgendwelchen Störenfrieden. Nein, manchmal ist mir das Glück hold und ich kann einen schönen Fisch keschern. Dann hat wieder alles gepasst und mein Bauchgefühl sollte Recht behalten.


Jede Jahreszeit hat seinen eigenen Reiz. Doch der Sommer hat mich in seinen Bann gezogen. Abends wird am Wasser etwas gegrillt, kühles Bier getrunken und mit Freunden gequatscht und in der Nacht werden die Fische abgegriffen. Ich liebe dieses System. Am Morgen gehe ich meist noch eine Runde schwimmen bevor es wieder in den Hörsaal geht.


Sommer! Für mich die schönste Zeit im Jahr. Sonne, Wasser, gute Laune und mit etwas Glück bin ich auch noch erfolgreich.


Warum ich stundenlang in meinem VW Bus hockte und was ich danach erlebt habe, werdet ihr im nächsten Teil von "Sommergefühle" erfahren.


TL, Johannes