Johannes
Dienstag, 12. August 2014
Der Punkt namens Leben
Die Vergangenheit ist vorbei. Wie der geschmolzene Schnee des letzten Jahres. Somit existiert sie nicht, denn sie ist für uns nicht mehr greifbar. Die Zukunft gestaltet sich nur aus Gedanken und Vorstellungen die ihre Bahnen in unseren Hirnen drehen. Daher existiert sie auch nicht. Das Jetzt, also die Gegenwart in der wir leben, ist ein Punkt. Ein Punkt der die Vergangenheit mit der Zukunft verbindet. Mathematisch betrachtet ist ein Punkt eine verschwindend geringe Einheit im Raum. Für mich stellt sich also die Frage, ob die Gegenwart in der wir leben überhaupt existiert. Ist sie doch ein Punkt der Nichts mit Nichts verbindet. Was dieses Gedankenexperiment mit dem Angeln zu tun hat, möchte ich in den folgenden Zeilen erläutern.
Klar ist, dass die Zeit, also unsere Lebenszeit begrenzt ist. Somit müssen wir mit diesem knappen Gut haushalten. Wir müssen unser Leben organisieren und einteilen. Verpflichtungen und Freizeit müssen wie ein zu kleiner Schuh über den Fuß gepresst werden. Beim Gehen bekommen wir Blasen, doch ohne Schuhe würden wir frieren. Angeln ist zeitintensiv, das steht außer Frage. Doch irgendwie schafft man es den Punkt namens Gegenwart am Wasser zu platzieren.
Wenn die Zeit nur ein Konstrukt der Menschheit ist, also ein Gebilde, welches erfunden wurde und eigentlich beliebig gestaltbar ist, wird der Moment wichtiger und das Handeln rückt in den Mittelpunkt. Denn, warum muss eine Minute 60 Sekunden haben oder eine Stunde 60 Minuten? Wir fangen an nachzurechnen wie viele Fische wir in einer gewissen Zeitperiode fangen konnten und erklären somit unseren Erfolg. Doch was ist schon ein Erfolg der auf einem abstrakten Gebilde beruht? Nämlich der Zeit? Vielmehr sollten wir unser Handeln von der Zeit abkoppeln. Erst dann kann das eigene Tun in vollen Zügen ausgekostet werden. Man denkt nicht darüber nach wann der Wecker in der Früh klingelt und was für Herausforderungen anstehen. Und man denkt auch nicht über Misserfolge nach, welche hinter einem liegen. So kann man es schaffen in sich zu gehen um das Leben zu genießen. Egal ob es heißt Freude, Glück, Trauer oder Misserfolge zu bewältigen. Das Leben spielt sich auf einem Punkt ab. Auf einem Punkt der nicht fassbar ist wenn man gedenkt über ihn nachzusinnen. Der Punkt verändert sich laufend und besteht nicht aus unseren Gedanken sondern aus unserem Handeln, dem tatsächlichen Leben.
Warum ich das schreibe hat einen wirklich einfachen Grund. Wenn nicht sogar den einfachsten den es überhaupt gibt. Es ist die Frage nach einem guten und glücklichen Leben. Diese Frage kann auf beliebige Situationen übertragen werden; was macht eine gute Session, eine glückliche Beziehung oder einen guten Job aus? Wenn man seinen Blick von den offensichtlichen Dingen abschweifen lässt um tiefer und genauer hinzusehen, wird man merken, dass es nicht die Oberflächlichkeiten sind die einem Freude bereiten. Und surreale Dinge wie der Begriff Zeit machen uns nur unnötigen Druck. Zu schnell könnte ein schönes Erlebnis vorbei sein, oder zu wenig Zeit über sein um ein Ziel zu erreichen. Die Angst steht somit im Vordergrund und bildet eine unüberwindbare Barriere um das Leben zu genießen.
In diesem Sinne, genießt die Zeit. Lasst euch nicht von irgendjemandem verrückt machen. Geht angeln und macht euch keinen Druck. Inhaliert die Natur und stolpert nicht über den Punkt namens Leben.
Johannes
Johannes
Montag, 16. Juni 2014
Mein Jahr
Meine letzte Saison wird mir wohl lange in Erinnerung bleiben. Wie es mir 2013 erging und was ich erleben durfte, kann, wenn man will, in der aktuellen Ausgabe des Carp Mirror nachgelesen werden.
Liebe Grüße, Johannes
Montag, 2. Juni 2014
Sommergefühle II
"Wenn ihr ein Jahr gelebt und den Wechsel der Jahreszeiten erlebt habt: Winter, Frühling, Sommer, Herbst, dann habt ihr alles gesehen und nichts Neues werdet ihr mehr erblicken." - Michel de Montaigne
Die Ruten lagen auf ihren Plätzen und das Entspannen konnte beginnen. Nachmittags kamen Arnold, Andi, David&Marion und Anna vorbei und es wurde eine gesellige Runde. Andi kochte eine asiatische Hühnerpfanne und als Nachspeise gab es vegane Muffins von Anna. Immerhin wollte sie sich auch für den Fauxpas mit dem Auto entschuldigen. :)
Solche Geschichten schreibt nur der Sommer! Also geht raus und genießt ihn!
TL, Johannes
Bewusst zu leben und auch die Vor- bzw. Nachteile der Jahreszeiten zu bemerken fällt besonders leicht wenn man sich in die Natur begibt. Mindestens einmal in der Woche flüchte ich aus der Stadt um die Ruhe am Wasser zu finden. Dass ich den Sommer mit seinen lauen Nächten und grünen Farben bevorzuge, konntet ihr ja bereits aus dem ersten Teil entnehmen. Doch manchmal treibt mich der Sommer auch zum Wahnsinn.
Verschwitzt hetzte ich von der Vorlesung nach Hause. Die U-Bahn zur Stoßzeit ist wahrlich kein Vergnügen. Schmierige Körper stapeln sich in den Waggons und erst bei jeder Station kommt ansatzweise Frischluft hinzu. Als ich ausgestiegen bin um mein Tackle aus der Wohnung zu holen, beschloss ich nicht wieder mit der U-Bahn, sondern mit dem VW-Bus ans Wasser zu fahren. Als ich jedoch das Auto anstarten wollte, bekam ich keine Reaktion. Da dürfte jemand das Licht nicht abgedreht haben bei der letzten Fahrt. Ich hatte da schon jemanden in Verdacht... Die darauffolgenden zwei Stunden verbrachte ich wartend. Denn der Pannendienst hatte an diesem Tag offensichtlich einiges zu tun. Als der Motor endlich lief, hatte ich das Glück 60 Minuten im Stau stehen zu dürfen. Nach dieser Odyssee war ich froh an meinem Swim angekommen zu sein.
Verschwitzt hetzte ich von der Vorlesung nach Hause. Die U-Bahn zur Stoßzeit ist wahrlich kein Vergnügen. Schmierige Körper stapeln sich in den Waggons und erst bei jeder Station kommt ansatzweise Frischluft hinzu. Als ich ausgestiegen bin um mein Tackle aus der Wohnung zu holen, beschloss ich nicht wieder mit der U-Bahn, sondern mit dem VW-Bus ans Wasser zu fahren. Als ich jedoch das Auto anstarten wollte, bekam ich keine Reaktion. Da dürfte jemand das Licht nicht abgedreht haben bei der letzten Fahrt. Ich hatte da schon jemanden in Verdacht... Die darauffolgenden zwei Stunden verbrachte ich wartend. Denn der Pannendienst hatte an diesem Tag offensichtlich einiges zu tun. Als der Motor endlich lief, hatte ich das Glück 60 Minuten im Stau stehen zu dürfen. Nach dieser Odyssee war ich froh an meinem Swim angekommen zu sein.
Die Ruten lagen auf ihren Plätzen und das Entspannen konnte beginnen. Nachmittags kamen Arnold, Andi, David&Marion und Anna vorbei und es wurde eine gesellige Runde. Andi kochte eine asiatische Hühnerpfanne und als Nachspeise gab es vegane Muffins von Anna. Immerhin wollte sie sich auch für den Fauxpas mit dem Auto entschuldigen. :)
Als es zu dämmern begann, war nur noch Arnold bei mir. Es war ruhig und nur der Wind der durch das Schilf zog war zu hören, als ich einen brachialen Biss bekam. Nach einem unspektakulären Drill konnte ich einen richtigen Brocken landen. Als der Spiegler auf der Matte lag, kam auch in meine zweite Rute Bewegung. Arnold versorgte meinen Fisch und hängte ihn in der Schlinge wieder ins Wasser. Ich drillte währenddessen den zweiten Fisch. Wieder war es ein kräftiger Spiegler! Wahnsinn was da abging. Kurz überlegten wir ob wir Fotos mit beiden Fischen auf der Matte machen sollten. Doch das Wohl der Karpfen ging vor! So schossen wir einige Einzelpics der Fische und genossen die spitzenmäßige Stimmung. Arnold war mir eine große Hilfe und ich fand es wirklich schön seine ehrliche Freude miterleben zu können!
Solche Geschichten schreibt nur der Sommer! Also geht raus und genießt ihn!
TL, Johannes
Mittwoch, 28. Mai 2014
Die Sendung mit der Maus
In der aktuellen Ausgabe des "Carp in Focus" wurde der Artikel "Die Sendung mit der Maus" von mir veröffentlicht. Ich freue mich auch riesig vom Cover lächeln zu dürfen!
Vielen Dank für das Foto Arnold Pap! Hast was gut bei mir hombre!
Vielen Dank für das Foto Arnold Pap! Hast was gut bei mir hombre!
Dienstag, 27. Mai 2014
Sommergefühle I
"Der Sommer macht den Menschen zum Träumer." - Paul Keller
Auch wenn es etwas gedauert hat. Schön langsam ist er da. Der Sommer! Die Temperaturen steigen und somit auch der Lärmpegel der Stadt. Die Menschen kommen aus ihren Wohnungen und vegetieren Eis schleckend in den Parks, inmitten der grauen Wohnburgen. Die bedrückende Stimmung aus der kälteren Hälfte des Jahres weicht einer latenten Aggression. Ich frage mich ob es wohl auch eine Jahreszeit gibt, in welcher die Menschen zufrieden sind. Ich denke nicht. Ich für meinen Teil liebe den Sommer. Ich liebe es abends länger draußen sitzen zu können, die Natur in ihrer vollsten Form zu erleben und mich im kühlen Nass zu erholen.
Die letzten Wochen vor Semesterschluss geht es an der Uni aber wieder richtig zur Sache. Prüfungen, Seminarprojekte und die Bachelorarbeit geistern in meinem Kopf umher. Wiedermal nutze ich die Nächte um meinen geliebten Karpfen nachzustellen. Abends aufbauen und morgens abbauen. Dieser Prozess funktioniert mittlerweile so routiniert, dass ich ihn wohl auch blind ausüben könnte. Komprimiertes Tackle und vorgefertigte Montagen lassen es zu, binnen kürzester Zeit startklar zu sein.
Attraktive Köder sind hier für mich die erste Wahl. Die Scoberry Kugeln ließen mich noch nie im Stich und genießen mein vollstes Vertrauen. In PVA verpackt, werden die Montagen zwischen krautigen Stellen im Flachwasser angeboten.
Meine Schnüre werden zwar das ganze Jahr abgesenkt, doch der Sommer zwingt mich regelrecht dazu. Schwimmer, Segler und Bootsfahrer sind in Massen unterwegs und verursachten nicht nur einmal einen Vollrun. Doch manchmal ertönt mein Nev` nicht aufgrund von irgendwelchen Störenfrieden. Nein, manchmal ist mir das Glück hold und ich kann einen schönen Fisch keschern. Dann hat wieder alles gepasst und mein Bauchgefühl sollte Recht behalten.
Jede Jahreszeit hat seinen eigenen Reiz. Doch der Sommer hat mich in seinen Bann gezogen. Abends wird am Wasser etwas gegrillt, kühles Bier getrunken und mit Freunden gequatscht und in der Nacht werden die Fische abgegriffen. Ich liebe dieses System. Am Morgen gehe ich meist noch eine Runde schwimmen bevor es wieder in den Hörsaal geht.
Sommer! Für mich die schönste Zeit im Jahr. Sonne, Wasser, gute Laune und mit etwas Glück bin ich auch noch erfolgreich.
Warum ich stundenlang in meinem VW Bus hockte und was ich danach erlebt habe, werdet ihr im nächsten Teil von "Sommergefühle" erfahren.
TL, Johannes
Auch wenn es etwas gedauert hat. Schön langsam ist er da. Der Sommer! Die Temperaturen steigen und somit auch der Lärmpegel der Stadt. Die Menschen kommen aus ihren Wohnungen und vegetieren Eis schleckend in den Parks, inmitten der grauen Wohnburgen. Die bedrückende Stimmung aus der kälteren Hälfte des Jahres weicht einer latenten Aggression. Ich frage mich ob es wohl auch eine Jahreszeit gibt, in welcher die Menschen zufrieden sind. Ich denke nicht. Ich für meinen Teil liebe den Sommer. Ich liebe es abends länger draußen sitzen zu können, die Natur in ihrer vollsten Form zu erleben und mich im kühlen Nass zu erholen.
Die letzten Wochen vor Semesterschluss geht es an der Uni aber wieder richtig zur Sache. Prüfungen, Seminarprojekte und die Bachelorarbeit geistern in meinem Kopf umher. Wiedermal nutze ich die Nächte um meinen geliebten Karpfen nachzustellen. Abends aufbauen und morgens abbauen. Dieser Prozess funktioniert mittlerweile so routiniert, dass ich ihn wohl auch blind ausüben könnte. Komprimiertes Tackle und vorgefertigte Montagen lassen es zu, binnen kürzester Zeit startklar zu sein.
Attraktive Köder sind hier für mich die erste Wahl. Die Scoberry Kugeln ließen mich noch nie im Stich und genießen mein vollstes Vertrauen. In PVA verpackt, werden die Montagen zwischen krautigen Stellen im Flachwasser angeboten.
Meine Schnüre werden zwar das ganze Jahr abgesenkt, doch der Sommer zwingt mich regelrecht dazu. Schwimmer, Segler und Bootsfahrer sind in Massen unterwegs und verursachten nicht nur einmal einen Vollrun. Doch manchmal ertönt mein Nev` nicht aufgrund von irgendwelchen Störenfrieden. Nein, manchmal ist mir das Glück hold und ich kann einen schönen Fisch keschern. Dann hat wieder alles gepasst und mein Bauchgefühl sollte Recht behalten.
Jede Jahreszeit hat seinen eigenen Reiz. Doch der Sommer hat mich in seinen Bann gezogen. Abends wird am Wasser etwas gegrillt, kühles Bier getrunken und mit Freunden gequatscht und in der Nacht werden die Fische abgegriffen. Ich liebe dieses System. Am Morgen gehe ich meist noch eine Runde schwimmen bevor es wieder in den Hörsaal geht.
Sommer! Für mich die schönste Zeit im Jahr. Sonne, Wasser, gute Laune und mit etwas Glück bin ich auch noch erfolgreich.
Warum ich stundenlang in meinem VW Bus hockte und was ich danach erlebt habe, werdet ihr im nächsten Teil von "Sommergefühle" erfahren.
TL, Johannes
Mittwoch, 14. Mai 2014
Rainy.Days
Der Regen prasselte unaufhörlich auf mein Schirmzelt und die Vögel im Baum hinter mir gaben ihren Gesang zum Besten. Doch ab und an verstummte der Gesang, da meine Nevs von einem Biss zeugten. Dicke Schleien, Schuppenkarpfen und ein monströser Twotone landeten in meinen Keschermaschen. Die für mich einzigartige Atmosphäre habe ich in dem Clip "Rainy.Days" festgehalten.
Viel Spaß damit!
Viel Spaß damit!
Dienstag, 29. April 2014
Ein Fuffi beim Lernen
„Tun zu können, was man gerne tut, bedeutet Freiheit.
Das gerne zu tun, was man tut, bedeutet Glück. - Henry David Thoreau
Auf der Suche nach dem Lebensglück sind wir doch alle. Wie Thoreau, mein Lieblingsautor, schon vor knapp 200 Jahren schrieb, leitet sich die Bedeutung des Glückes daraus ab die Dinge, welche man tut, gerne zu tun. Klingt nach einem einfachen Rezept. Doch meist fällt dies schwerer als gedacht. Immerhin tut man doch öfters Dinge, welche einem nicht wirkliche Freude bereiten. Doch warum handelt man so, wenn man doch weiß, dass dies nicht der richtige Weg zum Glück ist? Ich denke, es liegt an den übergeordneten Zielen welche von uns verfolgt werden. Ein gutes Beispiel ist das Lernen an der Uni. Auf den ersten Blick mache ich es nicht wirklich gerne. Doch ohne Lernen bleibt auch der längerfristige Erfolg aus. Und dieser könnte mich glücklich machen. Deshalb versuche ich diesen negativen Beigeschmack zu umgehen und verschiedene Tätigkeiten miteinander zu kombinieren.
Das gerne zu tun, was man tut, bedeutet Glück. - Henry David Thoreau
Lernen und Angeln zum Beispiel...
Hier geht es zum Update: http://de.korda.co.uk/karpfenangelnnews/?id=533
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